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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf

Im Folgenden ist die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf von der Gründung 1912 bis 2012 dargestellt. Sie ist der Festschrift anlässlich des 100-jährigen Jubiläums entnommen.

Bereits vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr gab es einen, wenn auch bescheidenen Brandschutz in Raisdorf. Nach der Brandverordnung des Jahres 1776, erlassen durch Christian, König von Dänemark und Herzog zu Holstein, hatte jede Gemeinde für den Brandschutz zu sorgen. Die Gemeinden mussten eine fahrbare Feuerspritze vorhalten, und in jedem Haus standen Eimer mit Wasser, Leitern und Äxte bereit. Bis auf ein Dokument des Klosters Preetz, das besagt, dass für das Dorf Raisdorf eine neue Feuerspritze gekauft worden ist, gibt es keine weiteren Aufzeichnungen aus dieser Zeit.

Im Jahre 1907 wurde dann vom Gemeindevorsteher anlässlich einer Gemeindevertretersitzung angeregt, eine Freiwillige Feuerwehr zu bilden. Die Gemeindevertretung beschloss jedoch, diesen Antrag wegen der damit verbundenen Kosten einstweilen zurückzustellen.

Im Jahre 1912 war es auch in Raisdorf soweit: eine Freiwillige Feuerwehr wurde gegründet. Im Gründungsprotokoll ist es wie folgt zu lesen:

Gründung der Raisdorfer freiw. Feuerwehr:

Die Raisdorfer freiw. Feuerwehr wurde den 10. April 1912 unter Vorsitz des Herrn Gemeindevorstehers Jessen gegründet. Es traten der Wehr sofort 30 Mann bei. Zu Führern der Wehr wurden nachstehende Personen gewählt:

A. Kiebler, Hauptmann; J. Schmidt, stellv. Hauptmann und Hydrantenführer; H. Wrigge, Steigerführer; Th. Albert, Spritzenführer. Als Schriftführer und Kassierer wurde Steffen gewählt.

Außerdem traten eine große Anzahl Freunde und Gönner als passive Mitglieder der Wehr bei. Als Vereinslokal gelten beide Raisdorfer Gastwirtschaften.

 
Raisdorf, den 10. April 1912

 
Laut Mannschaftsliste hatte dann die Wehr in der Zeit vom 1. Mai 1914 bis zum Mai 1915 21 Mitglieder. Die Raisdorfer Fuhrwerksbesitzer mussten für die Freiwillige Feuerwehr ihre Fuhrwerke einsetzen. So finden wir in der Fuhrrolle die Namen F. Jessen, W. Ladehoff, K. Hartz, G. Woller, F. Albert, H. Jungjohann, H. Baumann, H. Wrigge und P. Mackeprang. Das Verzeichnis der Einsatzgeräte führte auf:

1 Spritze, 1 Schlauchwagen und ca. 150 m Schläuche, 1 Handschlauchhaspel mit ca. 50 m Schläuche, 4 Sotteimer, 1 großer Feuerhaken, 1 Feuerhaken, 4 Patschen, 4 Dachleitern, 2 Zuggurte, 6 Sitzbretter, 4 Feuerhaken, 4 Dachhaken, 1 Bockleiter.

Bis zum Jahre 1923 gibt es keine weiteren Aufzeichnungen. Am 10. Juli 1921 fand in Raisdorf das 25. Kreisfeuerwehrfest statt. Dieses Ereignis wurde besonders festlich begangen.

1922, die Wehr konnte bereits ihr zehnjähriges Bestehen feiern, wurde Johannes Schmidt zum neuen Wehrführer gewählt. Ab 1923 begann man ein Brandjournal zu führen, dass bis ins Jahr 1934 reicht und noch heute vollständig vorliegt. Am 29. Dezember 1923, morgens 2.00 Uhr, brannte der Dachstuhl des unbewohnten Bahnhofsgebäudes in Raisdorf.

Am Morgen des 5. Februars 1924 wurde die Wehr aufgrund eines hellen Feuerscheins Richtung Rastorf alarmiert. Das Viehhaus und die große Getreidescheune auf Wildenhorst brannten.

Bereits wenige Tage später, am 19. Februar 1924 um 21.30 Uhr, wurde wieder Alarm gegeben: Feuerschein Richtung Klausdorf. Das Brandjournal berichtet:

"Unsere Wehr wurde sofort alarmiert. Sie konnte aber, da fast alle Feuerwehrmänner sich soeben erst zur nächtlichen Ruhe begeben hatten, erst um 9.50 Uhr abrücken."

Das Rauchhaus von Bürgert in Klausdorf brannte. Während die Bewohner den  88. Geburtstag der Mutter beim Kaffee feierten, wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Haus in hellen Flammen steht. Im Brandjournal ist zu lesen:

"Die Spritze fuhr Jungjohann, den Mannschaftswagen Leusch. Die Alarmierung muss besser werden."

Am 18. Juli nachts um 1. 30 Uhr Feuerschein in Richtung Rönne. Das Feuer war aber in Moorsee und daher nicht im Pflichtbereich der Wehr.
Um 5 Uhr nachmittags am 11. Oktober 1924 stand die Bretterscheune von H. Baumann in Flammen. Die gesamte Ernte wurde ein Raub der Flammen, Nachbargebäude konnten aber gerettet werden. Für diesen Einsatz bekam die Wehr von der Landesbrandkasse eine Belohnung von 10 Mark.

Im Jahre 1925 meldet die Chronik ein Großfeuer bei Hartmann in Raisdorf. Die Wurstfabrik von Sellmer in Preetz brannte am 24. April 1926. Die Wehr rückte zwar aus, brauchte aber nicht mehr einzugreifen, da die Motorspritze aus Preetz mit 5 Strahlrohren das Feuer bereits gelöscht hatte.

Ein Blitzschlag setzte am 13. Mai 1926 das Doppelhaus von Stubbe und Stark auf Gut Dobersdorf in Brand. Die Raisdorfer Wehr war als erste zur Stelle und erhielt von Dobersdorf eine Belohnung von 36 Mark.

Am 2. November 1926 brannte das strohgedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Roggenkamp. Bei diesem Großbrand leisteten die Wehren aus Preetz, Klausdorf und Elmschenhagen nachbarliche Löschhilfe.

1927 stand die frühere Mowinkelsche Brotfabrik, verpachtet an das Kieler Kaufhaus Kasu, in Flammen. Neben der Raisdorfer Wehr waren im Einsatz Preetz und die Berufsfeuerwehr Kiel mit je einer Motorspritze.

Viermal wurde im Jahre 1928 Alarm geblasen. Am 4. März, sonntags nachmittags um 12.30 Uhr, wurde ein Waldbrand auf dem Clausberg gemeldet, der so schnell gelöscht wurde, dass der Wehr auf Veranlassung des Försters Johannsen eine Belohnung von 50 Mark zugesandt und gleichzeitig eine Belobigung ausgesprochen wurde.

Das Gewese von Heinz Soll, Dreikronen, wurde am 5. März ein Raub der Flammen. Die Wehr Raisdorf war gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Kiel und den freiwilligen Feuerwehren Klausdorf, Elmschenhagen und Wellsee im Einsatz und konnte das Wohnhaus retten.

Ein weiterer Waldbrand brach am 6. Mai 1928 aus. Gemeinsam mit Elmschenhagen und Klausdorf konnte das Feuer bekämpft werden. Besondere Aufmerksamkeit erregte bei diesem Einsatz die neubeschaffte Kleinmotorspritze der Klausdorfer Wehr.

Am 21. Mai 1928 vernichtete ein Feuer die Rauchkate von H. Wrigge völlig. Das Wohnhaus konnte, obwohl das Dach bereits in Flammen stand, von der Wehr gerettet werden.

Der erste Einsatz im Jahr 1929 wurde am 8. Februar erforderlich. Bei Bötel, E-Werk 2, Rastorfer Mühle, brannte der Schornstein. Als die Wehr gerade ausrücken wollte, meldete ein Radfahrer, dass das Feuer aus sei und das Erscheinen der Wehr nicht mehr nötig sei. Am 13. März wieder Alarm: Feuer bei Genzen am Sportplatz. Beim Eintreffen an der Brandstelle war das Feuer bereits aus. Die Wohnstube im Erdgeschoss war völlig ausgebrannt und die Möbel und Betten vollständig vernichtet. Eine dicke Rauchsäule machte sich am 25. August in Richtung Rönne bemerkbar. Die Wehr wurde alarmiert und wurde auf der Fahrt in Richtung Rönne davon unterrichtet, dass das Feuer auf Hof Kroog war. Die Raisdorfer Wehr brauchte nicht einzugreifen und wurde in Bereitschaft gehalten.

Im Jahre 1930 wurde die Freiwillige Feuerwehr Raisdorf zweimal zu einem Ernstfall gerufen. Bei einem Waldbrand am 2. Mai wurden 3 ha Land total vernichtet. In Flammen stand die Schonung Bekholz. Am Abend des 10. Dezembers wurde vom Hornisten Alarm geblasen. Feuer in Elmschenhagen! Der erste Stoßtrupp der Wehr bestehend aus 4 Steigern, dem stellvertretenden Gerätemeister Schlüter und Hauptmann Schmidt, ausgerückt mit dem Personenauto von Kamerad Schlüter, stellte beim Eintreffen fest, dass der Kellerbrand bereits gelöscht war. Hilfe war nicht mehr erforderlich.

Auch beim Brand des Geweses von D. Schlüter in Elmschenhagen am 25. Juli 1931 wurde die Wehr alarmiert und setzte sich in Richtung Elmschenhagen in Marsch. Eine Gefahr für Nachbargebäude bestand nicht und so konnten die Kameraden bald wieder nach Raisdorf einrücken.

Das Jahr 1933 brachte eine wichtige Neuerung im Bereich der Ausrüstung. Am 5. September wurde eine Motorspritze übergeben. Doch bei der Beschaffung gab es einige Probleme, die der damalige Hauptmann Schmidt ausführlich im Brandjournal schilderte. Nachdem der Gemeindevorsteher Giesecke mehrmals die Anschaffung einer Motorspritze ablehnte, schrieb Hauptmann Schmidt Bittgesuche an den Landesbranddirektor Schmiedel, an die Bordesholmer Sparkasse, an die adlige Brandgilde und an die Kreissparkasse. Darauf folgten einige Gespräche mit dem Erfolg, die Finanzierung der 2.000 RM kostenden Motorspritze gesichert zu haben. 1.000 RM wollte die Landesbrandkasse als Beihilfe zum Geschenk machen und weitere 1.000 RM sollten als Darlehen an die Gemeinde Raisdorf vergeben werden. Nachdem die NSDAP die Regierung übernahm, wurden in allen Bereichen Sparmaßnahmen angeordnet, so auch im Versicherungswesen.  Die 1.000 RM Darlehen wurden von der Landesbrandkasse wieder gestrichen. Trotz dieses Rückschlages gelang es den Beteiligten doch noch, das Geld zusammenzubringen. Endlich konnte bei den Magiruswerken in Ulm eine Motorspritze inklusive 180 m Schläuche mit Kupplungen zu einem Gesamtpreis von 1.996,20 Mark bestellt werden.

Ihre große Bewährungsprobe bestand die neue Motorspritze am 14. Januar 1934 bei einem Großfeuer in Neuwühren. Nachdem die Preetzer Wehr noch vor Raisdorf an der Brandstelle eintraf, ihr aber beim Wassergeben zwei Schläuche platzten, konnte durch dieses Missgeschick die Raisdorfer Feuerwehr zuerst Wasser ins Feuer geben, vermerkt stolz die Chronik im Brandjournal. Neben den Wehren Raisdorf und Preetz waren die Kameraden aus Elmschenhagen, Sieversdorf und Kiel an der Brandbekämpfung beteiligt. Anwesend war auch der damalige Kreisbrandmeister Paulsen aus Plön.

Das Jahr 1933 mit seinem Wechsel in der Staatsführung brachte auch für die freiwilligen Feuerwehren bedeutende Veränderungen mit sich. Am 15. Dezember 1933 trat das Preußische Feuerlöschgesetz in Kraft. Unter anderem wurden die demokratischen Wahlen in den Wehren abgeschafft, Führungskräfte wurden nicht mehr von der Mitgliederversammlung gewählt, sondern ernannt.
Bis 1945 sind keine Aufzeichnungen vorhanden, gerade aber in den Kriegsjahren waren harte Einsätze für die Feuerwehren zu fahren.
Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch hielt die Freiwillige Feuerwehr Raisdorf ihre erste Dienstversammlung nach dem zweiten Weltkrieg ab. Am 21.5.1947 waren 20 Mitglieder und Anwärter erschienen, um die Wehr neu aufzubauen und in demokratischer Wahl ihre neue Wehrführung zu bestimmen. Wehrführer wurde Max Schlüter, stellv. Wehrführer H. Gaye, Gerätewart O. Rosenow, Schriftführer F. Haefke, Kassierer F. Hingst und zum Boten wurde K. Wilmsen gewählt. Die Kameraden beschlossen außerdem, einmal im Monat einen Übungsdienst abzuhalten, am 5. Juli ein nicht öffentliches Feuerwehrfest zu veranstalten sowie die Alarmierung per Sirene voranzutreiben, um im Einsatzfall schnellstens zur Stelle sein zu können. Die Ausrüstung bestand aus einem Löschgruppenfahrzeug LF 15 und einer Tragkraftspritze TS 8.
1948 legte Wehrführer Max Schlüter sein Amt nieder, da er andere Aufgaben im Amtsbereich übernehmen sollte. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung am 7. September 1948 Heinrich Gaye.

Schwierigkeiten mit dem Gerätehaus traten 1949 auf. Das Haus war baufällig geworden und für die hintere Wand bestand Einsturzgefahr. Gemeinsam mit der Gemeinde sollte diese Gefahr beseitigt werden. Zu einem Einsatz wurde die Wehr 1949 gerufen, ein Feuer war in Lilienthal zu bekämpfen. Eine traurige Nachricht machte der Kassierer, Kamerad Hingst, nach der Währungsreform: der Kassenstand betrug ganze 7,52 DM.
Viermal wurde die Wehr im Jahre 1951 zu Einsätzen alarmiert, aber auch die Geselligkeit und Kameradschaft wurde gepflegt. Am 5. August unternahm man einen Busausflug nach Hamburg und am 31.12. fand ein großer Silvesterball im Hotel Rosenheim statt.

Das 40-jährige Bestehen wurde am 4. und 5. April 1952 mit mehreren Veranstaltungen festlich begangen, unter anderem konnten auf dem Festball der Kreiswehrführer und viele Abordnungen der Nachbarwehren begrüßt werden.
1953 bestimmte bereits der anstehende Neubau eines Gerätehauses die Debatte der Jahresversammlung. Die Versammlung beschloss, an den folgenden Sonntagvormittagen die Ausschachtungsarbeiten selbst vorzunehmen. Doch sollte noch einige Zeit verstreichen, bevor dieses Vorhaben beginnen konnte. Zweimal wurde die Wehr in diesem Jahr zu Einsätzen gerufen: die Schuttabladestelle brannte, in der Tischlerei Schwarz musste ein Entstehungsbrand gelöscht werden.

Am 5. April 1954 war es endlich soweit: am Dorfplatz wurde der Grundstein für das neue Gerätehaus gelegt. Im gleichen Jahr wurde Heinrich Gaye zum Wehrführer wiedergewählt. Die Einweihung des Hauses am 5. September wurde verbunden mit dem Amtsfeuerwehrtag des alten Amtes Elmschenhagen, Klausdorf, Rönne und Raisdorf.
7 mal wurde die Wehr in den Jahren 1955/56 alarmiert, unter anderem zu nachbarlicher Löschhilfe in Preetz, Sophienhof, Pohnsdorf, Lehmkuhlen und Rosenfeld.

Am 29. April 1957 wurde die Wehr zu einem Großfeuer nach Barsbek gerufen. Mehrere Bauerhöfe fielen den Flammen zum Opfer. Wegen Wassermangels konnten die Raisdorfer Kameraden jedoch nicht mehr tätig werden.
Im Jahr 1960 fand ein Wechsel in der Wehrführung statt. Otto Püpke, bisher Schriftwart, war aus der Wahl am 12. März als neuer Wehrführer hervorgegangen. Diese Veränderung in der Führung führte zu einer außerordentlichen Versammlung am 30. Juli. Zur Wahl standen die Funktionen Gerätewart und Schriftwart. Neuer Geräte- und Schriftwart wurden Friedrich Arpe und Ernst-Otto Knopp. Mehrmals musste die Wehr in diesem Jahr zu Waldbränden ausrücken, und ein Räucherofenbrand bei Schlachter Wiese in der Wankendorfer Siedlung konnte durch drei Kameraden mit Trockenlöscher unter Kontrolle gebracht werden.

5 Einsätze mussten 1961 gefahren werden. Unter anderem war ein Scheunenbrand bei Joh. Baumann zu bekämpfen. Dank des schnellen Einsatzes der Wehr konnte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude gerettet werden.

Mit einer festlichen Versammlung konnte am 10. April 1962 das 50-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf gefeiert werden.

Mehrere Bahndammbrände forderten die Männer der Wehr im Laufe des Jahres 1963. Nachbarliche Löschhilfe wurde geleistet in Pohnsdorf und Rosenfeld.

Bereits während der Jahreshauptversammlung 1964 kam aus dem Kreis der Kameraden der Vorschlag zur Gründung einer Jugendfeuerwehr, doch erst 1974 sollte diese Idee in Raisdorf Wirklichkeit werden.

Eine Fahne, Symbol für Kameradschaft und Zusammenhalt, wurde 1967 beschafft und am 15. April auf dem Dorfplatz durch Kreisbrandmeister Banck geweiht. Die erste Fahnenabordnung bilden die Kameraden Artur Lamp, Manfred Kohn und Rolf Cordes. Im gleichen Jahr wird die Wehr zu 5 Einsätzen alarmiert.

1968 lebten in der Gemeinde bereits 3.746 Einwohner. Mit dem Wachsen Raisdorfs steigen auch die Anzahl der Einsätze. Bereits zu 13 Bränden und Hilfeleistungen wurde die Wehr in diesem Jahr gerufen.

Zu einem Großeinsatz rückten die Kameraden am 28. Januar 1970 aus. Bei dem Brand des Schlosses Bredeneck behinderten Schnee und Frost die Löscharbeiten erheblich. Die Wehr war ausgerüstet mit einem LF 8 und einem LF 16-TS des Katastrophenschutzes. Man erkannte, dass bei wachsender Bevölkerungszahl und steigender Bautätigkeit dieser Fahrzeugbestand nicht ausreichen würde und erwog eine Erweiterung des Gerätehauses und Schaffung von Unterrichtsräumen.

Im April 1972 konnte das 60-jährige Bestehen gefeiert werden. Raisdorf wuchs weiter. 4.994 Einwohner lebten jetzt in der Gemeinde. Richtfest wurde gefeiert für das erste der 3 Hochhäuser an der Eiderstraße und 5 Jahre bestand bereits das Gewerbegebiet Raisdorf-West. Der erste Bauabschnitt des Behindertenzentrums wird eingeweiht und beständig wachsen die Aufgaben für die Feuerwehr. 9 mal wird 1972 zum Einsatz gerufen.

Am 11. Dezember 1973 beschloss die Mitgliederversammlung die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Erster Jugendfeuerwehrwart wurde Gerhard Löffler. Inzwischen wurde über die Vergrößerung des Gerätehauses und die Unterbringung eines TLF 16/25 beraten. 9 Einsätze werden 1973 gefahren und am 24. Oktober eröffnete das bisher größte Gebäude in Raisdorf, das Warenhaus Divi (heute Real).

Das Jahr 1974 brachte eine Reihe großer Veranstaltungen. Am 27.1. wurde die Jugendfeuerwehr Raisdorf offiziell gegründet und damit ein wichtiger Schritt in Richtung Jugendarbeit und Nachwuchsförderung getan. Die Gemeinde feierte in diesem Jahr ihr 750-jähriges Bestehen und hatte inzwischen 5.032 Einwohner. Aus Anlass des Gemeindejubiläums und der Gründung der Jugendfeuerwehr wurde der Wehr ein Mannschaftswagen (VW-Bus) übergeben. Langsam, aber stetig stiegen mit der Größe der Gemeinde auch die Einsatzzahlen.

Bereits 14 mal wurde die Wehr in diesem Jahr alarmiert. Während der Jahreshauptversammlung 1975 kündigte Bürgermeister Ohl an, dass mit dem Ausbau des Gerätehauses wahrscheinlich noch 1975 begonnen werden könne.

20 Einsätze wurden 1975 gefahren. Darunter auch einige Fehlalarme, ausgelöst durch die verschiedenen Brandmeldeanlagen der Betriebe im Gewerbegebiet. Die Notrufnummer 112, die direkt im Feuerwehrhaus auflief, wurde in diesem Jahr 87 mal von böswilligen Anrufern blockiert. Da inzwischen Atemschutz unentbehrlich geworden war, wurden immer mehr Kameraden zu Geräteträgern ausgebildet.

Steigende Einwohnerzahlen, dichtere Bebauung, das Anwachsen des Gewerbegebietes und der starke Verkehr auf den Bundesstraßen 76 und 202 ließen die Anforderungen an die Wehr ständig wachsen. Die Gemeinde trug dieser Entwicklung Rechnung: Der Plan, das Gerätehaus zu erweitern, wich dem Vorhaben, ein neues modernes Feuerwehrhaus zu bauen. Der Standort sollte in der Bahnhofstraße sein. Zur großen Freude der Wehr wurde außerdem der Kauf eines LF 16 durch die Gemeindevertretung bewilligt. Der bisherige Wehrführer Otto Püpke legte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Am 2. Dezember 1976 wählte die Versammlung den bisherigen Stellvertreter Ernst-Otto Knopp zu seinem Nachfolger. 31 Einsätze wurden 1976 geleistet, darunter auch der Einsatz eines Teils der Wehr beim Sturmfluteinsatz in der Haseldorfer Marsch. 113 mal wurde der Notruf 112 von böswilligen Anrufern betätigt.

Das Jahr 1977 - ein bedeutendes in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf. Ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 mit einem Wassertank und umfangreicher Hilfeleistungsausrüstung wie Stromerzeuger, Halogenstrahler sowie hydraulischer Schere und Spreizer zur Rettung eingeklemmter Personen nach Verkehrsunfällen wurde an die Feuerwehr übergeben. Somit standen den 38 Aktiven ein LF 16, ein LF 8, ein MTW und ein LF 16-TS des Bundes zur Verfügung. Alarmiert wurde zu 17 Einsätzen, darunter 8 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen des Gewerbegebiets.

Am 25. August 1978 wurde das neue Feuerwehrhaus offiziell seiner Bestimmung übergeben. Endlich konnte die Wehr ihre Fahrzeuge zentral unterstellen und hatte Möglichkeiten für Unterricht und Schulung in eigenen Räumen. 46 aktive Feuerwehrmänner hatte die Wehr, und 26 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren taten Dienst in der Jugendfeuerwehr. Funkmeldeempfänger waren vorhanden, bis 1979 standen der Wehr 10 Geräte zur Verfügung, sodass die stille Alarmierung bei kleineren Einsätzen eingeführt werden konnte. 1978 brachte eine weitere Steigerung der Einsätze: 43 mal wurde Alarm ausgelöst (Vorjahr: 17).

Beim Schneenotstand während des Winters 79 wurden 52 Einzeleinsätze notwendig. Insgesamt wurden 1979 45 Alarme registriert, darunter 2 Brände in Hochhäusern und ein Gaststättenbrand. Die durch den Einsatz der Feuerwehr erhaltenen Werte gehen in die Millionen. Der Notruf 112 wurde 180 mal aus Unfug angerufen.

Ein neues LF 8 mittlerer Größe konnte 1980 in Empfang genommen werden, das alte Fahrzeug blieb im Besitz der Wehr und tat dann noch als Gerätewagen für Öleinsätze seinen Dienst. 43 Einsätze verzeichnet die Statistik für 1980, 135 mal wurde der Notruf aus Unfug angerufen. 5 Fahrzeuge standen für den Einsatz bereit, 45 Aktive standen in der Mitgliederkartei und 125 fördernde Mitglieder unterstützen die Arbeit der Wehr.

Am 17. Oktober 1981 war ein großer Tag für die Kameraden um Wehrführer Ernst-Otto Knopp. Als zweite Wehr im Kreis Plön errang sie während einer Leistungsprüfung das bronzene Ehrenbeil des Landesfeuerwehrverbandes. Bereits wenige Tage später musste die Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt werden: ein Kellerbrand im Hochhaus Rönner Weg 4 fordert den ganzen Einsatz aller. Insgesamt waren 1981 54 Einsätze zu fahren, die Palette reicht vom Kellerlenzen über Abstreuen von Ölspuren und Verkehrsunfällen und PKW-Bränden bis hin zu Großbränden.

Am 18. Januar 1982 vernichtete ein Großfeuer einen Teppichmarkt  im Gewerbegebiet Raisdorf. Mehr als zwölf Stunden war die Wehr bei eisigem Frostwetter im Einsatz. Zur nachbarlichen Löschhilfe waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Klausdorf, Rosenfeld, Preetz, Flüggendorf, Schönkirchen und die Berufsfeuerwehr aus Kiel im Einsatz. Der Schaden wurde auf 4 Millionen Mark geschätzt, doch durch den Einsatz der Feuerwehren konnten Werte von 10 Millionen gerettet werden. Im gleichen Jahr wurde das 70-jährige Bestehen gefeiert. 50 Alarme wurden 1982 gefahren. Die stille Alarmierung konnte durch das Anschaffen weiterer 5 Meldeempfänger verbessert werden.

1983 wurde die Zahl 50 bei den Aktiven erreicht, und bei 58 Einsätzen stellte die Wehr ihre Schlagkraft und Schnelligkeit unter Beweis.

Erstmals wurde 1984 ein Grundausbildungslehrgang "Truppmann" auf Gemeindeebene durchgeführt. 7 neue Mitglieder wurden hier zu voll einsatzfähigen Feuerwehrleuten ausgebildet. Der 6. Mai 1984 stand ganz im Zeichen der Jugendfeuerwehr. Auf dem Sportgelände am Klinkenberg fand die Kreisausscheidung für den Bundeswettkampf statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Wehr ein neues Fahrzeug übergeben, das in Eigenarbeit zu einem modernen Einsatzleitwagen ausgebaut wurde. Die Statistik meldet für das Jahr 1984 74 Alarme, das bedeutet jeden fünften Tag einen Einsatz.

Im Jahre 1984 wurden erste Kontakte mit der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf in Niederösterreich geknüpft. Gegenseitige Besuche festigten diese Beziehungen. So fuhr in der Zeit vom 20. - 26. 6. 85 eine Delegation unserer Wehr nach Raisdorf in Niederösterreich, um beim 101. Stiftungsfest der dortigen Wehr dabei zu sein und die Patenschaft für das neue Kleinlöschfahrzeug zu übernehmen.

1986 wurden insgesamt 72 Einsätze gefahren. Die Fehlalarme, ausgelöst durch automatische Brandmeldeanlagen, die in Betrieben des ständig wachsenden Gewerbegebietes installiert wurden, hatten in diesem Jahr einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Insgesamt heulten die Sirenen 21 mal (im Vorjahr lediglich 13 mal)nur wegen technischer Mängel und aufgrund von Bedienungsfehlern an den Barndmeldeanlagen.

1987 konnte das 75-jährige Bestehen gefeiert werden. Im Rahmen der dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten wurde auf der Festveranstaltung die offizielle Partnerschaft zwischen der Gemeinde Raisdorf/Niederösterreich und unserer Gemeinde begründet. Es folgten ein großer Festumzug, ein öffentlicher Feuerwehrball und tags darauf ein „Tag der offenen Tür“ am Feuerwehrhaus. Die Einsätze gingen im Jubiläumsjahr von 72 Einsätzen im Vorjahr auf 67 Einsätze zurück. In diesem Jahr wurden auch die ersten Mädchen in die Jugendfeuerwehr und die ersten Frauen in den aktiven Dienst aufgenommen. Zum Ende des Jahres konnte die Gemeinde der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug übergeben. Es handelte sich dabei um ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) mit einem Tankinhalt von 2.500 Litern Löschwasser. Dieses Fahrzeug, dass zudem u.a. auch mit sechs Atemschutzgeräten ausgerüstet ist, rückt bei Bränden als erstes Fahrzeug aus. Durch die Schnellangriffseinrichtung, die mit dem Wassertank ständig verbunden ist, ist innerhalb von weniger als einer Minute ein Löscheinsatz möglich und es hat sich dadurch auch bei Bränden, wo schnelles Handeln wichtig ist, unentbehrlich gemacht.

Das Jahr 1988 hatte in der Bilanz der Fehlalarme einen unrühmlichen ersten Platz erreicht. Insgesamt 37 mal wurden die Kameraden aufgrund von Fehlalarmierungen zum Einsatz gerufen. Dieses waren 45 % der in diesem Jahr gefahrenen Einsätze. In der Wehr machte sich verständlicherweise Unmut breit, und auch die Motivation ließ nach. Es werden verstärkt mit der Gemeinde, den Brandschutzingenieuren des Kreises Plön, der Feuerwehr und den verantwortlichen Betreibern der Brandmeldeanlagen Gespräche geführt, die letztendlich dazu führten, dass die Fehlalarme wieder rückgängig waren und bis heute auf ein erträgliches Maß zurückgingen. Mehrere Großbrände beschäftigte die Wehr zudem noch im letzten Quartal des Jahres. Bei allen Bränden war Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Ein Wechsel im Amt des stellvertretenden Gemeindewehrführers kündigte sich 1989 an. 12 Jahre lang hatte Friedrich Arpe dieses Amt inne. Für ihn wählte die Versammlung den bisherigen Gruppenführer Hans Cordts in dieses Amt. Wehrführer Ernst-Otto Knopp wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Einsatzmäßig war dieses Jahr durch den Sommerorkan am 28.8.1989 geprägt. Nahezu 24 Stunden waren die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz, um Gefahren für Mensch und Tier abzuwehren und Sturmschäden zu beseitigen. In der Einsatzbilanz von 115 Gesamteinsätzen schlugen die Unwettereinsätze mit beinahe 50 Hilfeleistungen zu Buche.

Mit 53 aktiven Einsatzkräften hatte die Mitgliederzahl 1990 einen Höhepunkt erreicht. Die Ausbildung stand in diesem Jahr im Vordergrund, weil Änderungen der Vorschriften auch ein neues Ausbildungskonzept verlangte. Der Schutzbereich der Feuerwehr wuchs insbesondere durch die Erweiterung des Gewerbegebietes immer mehr. In diesem Jahr besuchten wir unsere Partnergemeinde in Raisdorf/NÖ und es wurden erste Kontakte zur Feuerwehr nach Goldberg/Mecklenburg geknüpft

1991 gab es einen Einbruch in der Mitgliederzahl. Hatte die Feuerwehr zu Beginn des Jahres noch 53 Mitglieder waren es Ende 1991 nur noch 47 aktive Kameradinnen und Kameraden. Es wurde erkannt, dass in den folgenden Jahren verstärkt Mitgliederwerbung betrieben werden musste. Da die Zahl der Einsatzkräfte, die für die Sicherstellung des Brandschutzes tagsüber erforderlich waren, immer mehr sank, diese Problematik aber auch bei den Nachbarwehren auftrat, wurde mit der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf eine intensivere Zusammenarbeit begründet, die auch zum Ziel hatte, dass im Einsatzfall gegenseitige Hilfe geleistet werden konnte.

Das Jahr 1992 wurde im internen Dienstbetrieb durch zwei Ereignisse besonders geprägt. Der bisherige Wehrführer Ernst-Otto Knopp wurde nach 15 Jahren aus seinem Amt verabschiedet. Nachfolger wurde Hans Cordts. Da dieser bislang Stellvertreter war, wurde Rainer Pöhlmann zum neuen stellvertretenden Gemeindewehrführer gewählt. Er trat sein Amt mit der Aushändigung der Ernennungsurkunde zum Ehrenbeamten am 10. Juni 1992 an. Ein weiteres Ereignis war das 80-jährige Bestehen. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Wehr die Drehleiter DL 16-4 übergeben, die eine wichtige Ergänzung zu den vorhandenen Fahrzeugen darstellt und sich in vielen Einätzen auch bewährt hat. Mit 62 Einsätzen war es ein relativ ruhiges Jahr.

Raisdorf wächst weiter. Neue Baugebiete entstehen, aber auch die Gewerbegebiete sind weiter im Wachstum begriffen. Das seit Jahren stetige Wachsen der Anforderungen an die Freiwillige Feuerwehr Raisdorf setzte sich somit auch in 1993 fort. Das Spektrum der Einsätze ist in diesem Jahr so vielfältig wie nie zuvor. Hervorzuheben sind hier der Großbrand im Lager der Fa. Coop zu Beginn des Jahres, ein Brandeinsatz im Asylbewerberheim der Gemeinde im Frühsommer des Jahres und das schwere Zugunglück im Klosterforst kurz vor Weihnachten.

1994 ist die Mitgliederzahl wieder auf 52 aktive Feuerwehrleute gestiegen. Die Entwicklung steigender Einsatzzahlen setzte sich auch in diesem Jahr fort. Beständige und intensive Ausbildung hat sich bezahlt gemacht. Herausragendes Ereignis in diesem Jahr war das 20-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr. 24 aktive Kameradinnen und Kameraden sind in diesen 20 Jahren aus der Jugendfeuerwehr hervorgegangen. Für die aktive Wehr ist die Jugendfeuerwehr somit für die Nachwuchssicherung unverzichtbar geworden.

Das Jahr 1995 ist wohl in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr das ereignisreichste Jahr überhaupt. Nachdem das Jahr einsatzmäßig ruhig begann und sich dieses auch bis Mitte des Jahres fortsetzte, gab es in den Monaten August und September kaum einen Tag oder eine Nacht, wo die Wehr nicht im Einsatz war. Eine derartige Häufung von Schadenfeuern hat es niemals zuvor gegeben. In diese Zeit fielen auch die vier Großfeuer, u.a. der Brand der Räucherkate und eines reetgedeckten Wohnhauses in der Rastorfer Mühle. Die Ermittlungen ergaben, dass hier Brandstiftung vorgelegen hatte. Der Täter konnte letztendlich ermittelt werden und das übermäßige Einsatzgeschehen beruhigte sich wieder. Im April des Jahres konnte der Anbau am Feuerwehrhaus, bestehend aus zwei Fahrzeugeinstellplätzen, eine Atemschutzwerkstatt und ein Lagerraum, bezogen werden, und im August wurde das neue LF 16/12 in Dienst gestellt. Zum Ende des Jahres musste eine neue Wehrführung gewählt werden. Der bisherige Wehrführer ist nach nur 3 ½ Jahren vorzeitig von seinem Amt zurückgetreten. Die Wehr wählte am 6.11.1995 den bisherigen stellvertretenden Wehrführer Rainer Pöhlmann zum neuen Gemeindewehrführer und den Kameraden Ernst-Otto Knopp zum neuen Stellvertreter. Das Jahr schloss mit 93 Einsätzen ab.

In der Einsatzaufstellung des Jahres 1996 sind keine Besonderheiten zu verzeichnen. Die Brandeinsätze, aber auch die Fehlalarme waren rückläufig. Die Ausrüstung wurde auch in diesem Jahr weiter ergänzt. Zwei verdiente Kameraden wurden am 1.5. ausgezeichnet. Ernst-Otto Knopp und Artur Lamp erhielten das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Im November verstarb dann nach kurzer schwerer Krankheit der stellvertretende Wehrführer Ernst-Otto Knopp. Eine große Trauergemeinde nahm am 22.11. von ihm Abschied.

Auf der Jahreshauptversammlung am 21.2.1997 wurde der bisherige Gruppenführer Norbert Pöhlmann zum neuen stellvertretenden Gemeindewehrführer gewählt. Er trat sein Amt am 17.3. an. In diesem Jahr besuchte eine Delegation unserer Feuerwehr, der auch Bürgervorsteherin und Bürgermeister angehörten, unsere Partnergemeinde Raisdorf in Niederösterreich. Im Rahmen dieses Besuches wurde auch das 10-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen den Gemeinden gewürdigt. Einsatzmäßig wurde dieses Jahr von zwei Feuern geprägt. Zum einen wurde im April der Dachstuhl eines Mehrfamilienwohnhauses durch Brandstiftung völlig zerstört und im September brannte eine Buchhandlung völlig aus. Die Ladeninhaberin konnte trotz schnellen Eingreifens der Wehr nur noch tot geborgen werden.

53 Einsätze waren 1998 zu verzeichnen. Die Mitgliederzahl erreichte mit 54 aktiven Einsatzkräften in diesem Jahr den höchsten Stand seit Bestehen der Feuerwehr. Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit waren auch in diesem Jahr die Schwerpunkte in der Arbeit der Wehr.

1999 konnten wir einen neuen Einsatzleitwagen in Dienst stellen. Dieses Fahrzeug ist mit moderner Kommunikationstechnik ausgerüstet und enthält zudem wichtige und umfangreiche Einsatz- und Objektunterlagen, die im Einsatzfall von großer Bedeutung sind. Intensiv wurde auch in diesem Jahr die Brandschutzaufklärung und -erziehung mit Kindergärten und Schulen durchgeführt. Die Jugendfeuerwehr, die einen wesentlichen Anteil an der Sicherstellung des Nachwuchses für die aktive Wehr hat, wurde 25 Jahre. Dieses Jubiläum wurde mit einer großen Festveranstaltung begangen. 50 Einsätze sind der Einsatzübersicht zu entnehmen, wobei die Fehlalarme weiter rückläufig waren.

Mit 46 Einsätzen im Jahre 2000 ging die Feuerwehr mit der geringsten Einsatzrate seit 20 Jahren in das neue Jahrtausend. Einen wesentlichen Anteil hieran hatten die Fehleinsätze, die durch Brandmeldelangen ausgelöst wurden. Lediglich 5 Fehlalarme konnten in diesem Jahr verzeichnet werden, so wenig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Kamerad Friedrich Arpe erhielt in diesem Jahr das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande für 40 Jahre aktive Zugehörigkeit zur Feuerwehr.

Auch 2001 war die Einsatzbereitschaft der Wehr durch die Kameradinnen und Kameraden zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. 56 Einsätze waren zu verzeichnen, davon 13 Brände 7 Fehlalarme, 25 technische Hilfeleistungen und 11 sonstige Einsätze. Am 17.3. wurde Bürgermeister Klaus Schade im Rahmen der fast alljährlich in Raisdorf stattfindenden Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Plön für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen mit der Deutschen Feuerwehr-Medaille ausgezeichnet und Wehrführer Rainer Pöhlmann wurde mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber geehrt. Am 5.11. wurde Rainer Pöhlmann nach Ablauf seiner ersten Amtszeit erneut zum Gemeindewehrführer für weitere 6 Jahre von den Kameradinnen und Kameraden gewählt. Mit 54 Mitgliedern schloss das Jahr hinsichtlich der Mitgliederentwicklung positiv ab. Es ist zu hoffen, dass die folgenden Jahre weiter steigende Mitgliederzahlen bringen.

Zu 154 Einsätzen wurden die Kameradinnen und Kameraden im Jahre 2002 gerufen. 
Vom 12.04.-14.04 feierte die Feuerwehr ihr 90-jähriges Bestehen.
Ein Höhepunkt der Festveranstaltung waren die Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften.
Das Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Gold für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt der LM Klaus Stark.
Das Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielten der LM Gerd Lepschies, HBM Norbert Pöhmann, LM Dierk Sommerfeld und LM Michael Stahnke
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurde der Wehr ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8/6 übergeben.

2003 ist die Zahl der aktiven Einsatzkräfte auf den bisher niedrigsten Stand von 45 gesunken. Eine Hauptaufgabe wurde die aktive Mitgliederwerbung.
In der JHV wählte die Wehr den stellv. Gemeindewehrführer HBM Norbert Pöhlmann für eine weitere Amtszeit. Das Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt LM Karl-Heinz Haß.
Ein Höhepunkt in diesem Jahr war die Übergabe einer DLK 23-12
Dieses Fahrzeug ist aus dem Jahre 1986 und verrichtete 16 Jahre Dienst in Tokio.
Am 27.09 fand eine groß angelegte Einsatzübung  “Zug-Bus-Unfall“ im Gewerbegebiet statt.
Es nahmen 120 Einsatzkräfte der umliegenden Wehren und andere Organisationen teil.

Die aktive Mitgliederwerbung zeigt erste Erfolge. Im Jahr 2004 verrichten 50 aktive Kameraden/innen  ihren Dienst in der Wehr,  um insgesamt 84 Einsätze und davon leider 30 Fehlalarme abzuarbeiten.  Besondere Einsätze waren der Flächenbrand in der Schreiberkoppel – ein Fahrzeugbrand auf der Real-Tankstelle – sowie der Einsatz mit der neuen Drehleiter bei Sicherungsmaßnahmen.
Das Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurde an LM Christian Lamp verliehen.
Das neue Fahrzeugkonzept wurde durch die Übergabe des GW-N (Gerätewagen-Nachschub) abgeschlossen.

Insgesamt verzeichnete die Wehr 2005  99 Einsätze. Von Bedeutung ist der Sturmeinsatz vom 08.01. Das gesamte Gewerbegebiet wurde gesperrt  und die Wehr musste für Sicherungsmaßnahmen ausrücken.
Ein Großbrand auf Gut Rastorf alarmierte im Juni die Wehr. Gemeinsam mit den Wehren Rosenfeld und Rastorfer Passau konnte schlimmeres verhindert werden. Als große Hilfe kam die Drehleiter zum Einsatz.
Zu Erwähnen ist ebenfalls die Anschaffung einer Wärmebildkamera, sowie eines AED (Automatischer Externer Defibrillator).

Das Jahr 2006 war das Jahr mit den meisten Einsätzen. Die Wehr wurde 203-mal alarmiert. Neu hinzugekommen  -mit 52 Einsätzen- war die Einsetzung der Feuerwehr  wegen der Vogelgrippe. Zur Unterstützung der Preetzer Feuerwehr wurden wir zu einem Großbrand auf einem Recyclingbetrieb gerufen.
Bei einem Feuer in Rosenfeld  konnte auch Raisdorf nicht verhindern, dass ein Reetdachhaus  bis auf die Grundmauern niederbrannte.
Zu einem mittleren Brand wurde die Wehr ins Gewerbegebiet gerufen. Es handelte sich um einen Sex Shop, der ausgiebig in Augenschein genommen wurde.
Nach dem Rücktritt des stellv. Wehrführers wurde LM Annegret Lepschies gewählt.
Als neues Fahrzeug wurde ein MTW in den Dienst gestellt.

Die Zahl der Aktiven sank im Jahr 2007 auf nur 48 Mitglieder. Als Gegenmaßnahme wurde versucht neue Mitglieder zum mitmachen zu aktivieren  z.B. durch  die Erstellung eines Flyers “Nicht nur gucken, mitmachen! Verstärkung gesucht!“ 
Als besondere Einsätze zählte der Großbrand in Bredeneek und das Feuer in einem Verbrauchermarkt.
Das Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt LM Dr. Lutz Johannsen.
HBM Rainer Pöhlmann wurde für weitere 6 Jahre zum Wehrführer gewählt.
Die Wehr stellte sich der Leistungsbewertung „Roter Hahn“ (Stufe 1) und bestand.
Eine Abordnung besuchte Raisdorf in NÖ. wo  die 20-jährige Partnerschaft der beiden Gemeinden gefeiert wurde.
Die Wehr wurde zur Fahnenweihe nach Goldberg eingeladen. Uns wurde die Ehre zuteil, mit unserer Fahne als Patenfahne an der Zeremonie teilzunehmen.

Die Wehr musste im Jahr 2008 138 Einsätze – davon 17 Brände  bewältigen.
Bei einem Großbrand der Firma R & R Motorsport im August wurde zusätzliche Hilfe der Nachbarwehren Klausdorf, Preetz und Rosenfeld benötigt.
Aufgrund der Fusion der Gemeinden Raisdorf und Klausdorf wurden die Gemeindefeuerwehren zu Ortsfeuerwehren. Das hatte zur Folge, dass die Wehren eine neue Führung wählen mussten.
Zum Gemeindewehrführer wurde HBM Olaf Meier-Lürsdorf und zum stellv. HBM Rainer Pöhlmann gewählt.
Die Wehr wählte HBM Rainer Pöhlmann zum Ortswehrführer und zur stellv. Ortswehrführerin OBM Annegret Lepschies.

Im März 2009 wurde die Wehr zu einem Großfeuer nach Preetz alarmiert.
Es brannte ein Fachwerkhaus. Im Sommer rückte die Wehr zum Gut Rastorf aus, dort brannte ein Dachstuhl. Durch den Einsatz der Drehleiter konnte der Brand schnell gelöscht werden
Im September fand eine Großübung der beiden Ortsfeuerwehren im DRK-Zentrum statt.
Zur Unterstützung wurde auch die Drehleiter aus Preetz alarmiert.
Das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt
LM Thorsten Pries

126  Einsätze verzeichnet die Statistik für das Jahr 2010. Hervorzuheben ist sicherlich im Mai der Brand eines Lkws der in der Nähe einer Lagerhalle im Gewerbegebiet stand.  Die Wehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude verhindern.
Im Sommer führte die Wehr die Stadtwette gegen den NDR im Gewerbegebiet aus. Die Wette wurde gewonnen.
Im November wurden im Kreis Plön alle Wehren alarmiert, um in Behrensdorf ein Deichbruch zu verhindern. Auch unsere Wehr war mit einer Gruppe - 12 Stunden -  im Einsatz.  Der Deich konnte gehalten werden. 
Das Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst erhielt
LM Ernst-Peter Pöhlmann.
Zum neuen stellv. Ortswehrführer wurde LM Dr. Lutz Johannsen gewählt.

Anfang des Jahres 2011 wurde die Wehr zu einem Dachstuhlbrand in einem Mehrfamilienhaus gerufen. Zusätzlich wurden 7 Nachbarwehren mit alarmiert.
Im Mai wurde die Wehr zu einem Gebäudebrand im Ortsteil Klausdorf gerufen.
Die aktive Mitgliederwerbung zeigt Erfolg. Mit 64 Einsatzkräften ist der höchste Stand seit dem Bestehen der Feuerwehr erreicht.
Erste Gespräche und Planungen beginnen zur Gestaltung der 100 Jahr Feier im Mai 2012

In den letzten 100 Jahren entwickelte sich Raisdorf vom Bauerndorf zur modernen Stadt Schwentinental mit über 13500 Einwohnern. Die Freiwillige Feuerwehr Raisdorf wuchs mit und veränderte sich von der kleinen Dorffeuerwehr mit Handdruckspritze zur schlagkräftigen Ortsfeuerwehr mit modernsten Geräten.

Unsere Feuerwehr ist stets bereit sich in ihrer Freizeit durch Schulungen und Feuerwehrübungen auf den neuesten Stand zu halten. Die Stadt stellt durch die Ausrüstung das nötige Material. Nur gemeinsam können die hohen Anforderungen erfüllt werden, damit auch in den nächsten 100 Jahren der Schutz und die Sicherheit aller Einwohner und der Stadt Schwentinental gewährleistet ist.