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Chronik der JF Raisdorf |
Im folgenden ist die Geschichte der Jugendfeuerwehr Raisdorf, von ihrer Gründung 1974 bis zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1999, dargestellt. Der Artikel wurde der Festschrift entnommen, welche im Frühjahr 1999 kostenlos an alle Raisdorfer Haushalte verteilt wurde.
Nach einem Aufruf in den Kieler Nachrichten vom 26.1.1974 fanden sich am Sonntagmorgen, dem 27. Januar 1974, am damaligen Gerätehaus am Dorfplatz 25 interessierte Jungen aus Raisdorf ein, um bei der Gründung der Jugendfeuerwehr dabei zu sein.
Die Freiwillige Feuerwehr hatte zuvor aufgrund erheblicher Nachwuchssorgen in den aktiven Reihen (die Stärke der aktiven Mitglieder war auf weit unter 30 gesunken) am 11.12.1973 den Beschluss gefasst, eine Jugendgruppe zu gründen. Die Gemeindevertretung hatte bereits einen Tag später, am 12.12.1973, dem Beschluss der aktiven Wehr zugestimmt und somit für die Gründung der Jugendfeuerwehr die Weichen gestellt.
Der damalige Gemeindewehrführer Otto Püpke hatte in der Anfangsphase gemeinsam mit den Kameraden Gerhard Löffler und Rolf Cordes die Ausbildung der Jungfeuerwehrmänner übernommen. Jugendfeuerwehrwart wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung der aktiven Wehr der Kamerad Gerhard Löffler.
Es war sicherlich eine schwierige Aufgabe, denn keiner der Jungen hatte von "Feuerwehr" eine Ahnung. Doch die Arbeit zeigte schnell ihre Früchte. Bereits am 21.7.1974 konnte die Jugendfeuerwehr Raisdorf an einem Pokalwettkampf in Plön teilnehmen. Bei diesem Wettkampf belegte die Jugendfeuerwehr einen beachtlichen 5. Platz.
Das Jahr 1974 war auch in einem anderen Maße wichtig, sogar historisch für Raisdorf. Viele werden sich erinnern: Raisdorf wurde 750 Jahre alt. Auch die Feuerwehr nahm an diesem Volksfest teil. Sie zeigte eine Schauvorführung, in deren Rahmen die Jugendfeuerwehr zum ersten in Raisdorf öffentlich auftrat und ihr Können unter Beweis stellen konnte.
Die Jugendfeuerwehr hatte anfangs keinen gewählten Jugendausschuss. Der Vorstand der aktiven Wehr hatte den Kameraden Wilfried Pöhlmann als Jugendgruppenleiter eingesetzt. Die Jungs sollten sich erstmal einmal untereinander kennenlernen, um dann selbst zu entscheiden, wer der Jugendfeuerwehr vorstehen soll. Am 2.11.1974 fand dann die erste Mitgliederversammlung statt, auf der der "Vorstand" der Jugendfeuerwehr, der Jugendausschuss, erstmals gewählt wurde.
Dabei zeigte sich, dass die Kameraden mit dem von der aktiven Wehr eingesetzten Jugendgruppenleiter sehr zufrieden waren, denn sie wählten ihn einstimmig in dieses Amt. Er ist auch heute noch aktives Mitglied der Einsatzabteilung der aktiven Wehr.
Im Laufe der 25 Jahre seit Bestehen der Jugendfeuerwehr wurde dann, wie es die Jugendordnung für die Jugendfeuerwehr auch vorsieht, jährlich ein neuer Jugendausschuss von den Mitgliedern selbst gewählt. Der nachfolgenden Übersicht kann entnommen werden, wer im jeweiligen Jahr zum Jugendgruppenleiter gewählt worden ist.
Im Jahre 1975 sollte erstmals eine Gruppe der Jugendfeuerwehr an der Abnahme der Leistungsspange teilnehmen. Jugendfeuerwehrwart Gerhard Löffler hat in vielen Stunden die Teilnehmer hierauf vorbereitet. Die Leistungsspange ist heute noch genau wie vor 25 Jahren das große Ziel aller Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr. Dieses Leistungsabzeichen wird allen Mitgliedern verliehen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben und zum Zeitpunkt der Prüfung mindestens 1 Jahr Mitglied einer Jugendfeuerwehr sind.
Um die Leistungsspange zu erringen, muss man bei einem Löscheinsatz in der Gruppe, bei Fragen aus dem allgemeinpolitischen und feuerwehrtechnischen Bereich sowie im sportlichen Teil, bei einem 1500-Meter-Staffellauf und beim Kugelstoßen eine bestimmte Punktzahl erreichen, wobei der Allgemeineindruck der Gruppe mit bewertet wird. Bei der Leistungsspange gilt, dass der "Stärkere" den "Schwächeren" unterstützt getreu nach dem Grundsatz "Alle für einen, einer für alle". Jedenfalls ist zu berichten, dass alle neun gemeldeten Kameraden die Voraussetzungen erfüllten und die Leistungsspange aus der Hand des damaligen Kreiswehrführers Stoltenberg-Frick verleihen bekamen.
In den folgenden Jahren wurde sehr viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt, aber auch der jugendpflegerische Teil sollte nicht zu kurz kommen. So nahm die Jugendfeuerwehr Raisdorf bisher an allen Kreisjugendfeuerwehrzeltlagern teil und die Teilnehmer konnte immer von schönen und erlebnisreichen Tagen in diesen Lagern berichten.
1976 führte man erstmals die Erste-Hilfe-Ausbildung in der Jugendfeuerwehr ein. Dieser Kursus wird seitdem alle 2 bis 3 Jahre durchgeführt.
Am 9.12.1977 verabschiedete sich nach fast vier Jahren erfolgreicher Tätigkeit der Kamerad Gerhard Löffler von seinem Amt als Jugendfeuerwehrwart. Sein Nachfolger wurde der Kamerad Karl-Otto Niecke und stellvertretender Jugendfeuerwehrwart wurde Rainer Pöhlmann.
In der nachfolgenden Zeit wurde enge Kontakte mit der Jugendfeuerwehr Kiel-Wellsee geknüpft; man fuhr in ein gemeinsames Zeltlager an den Segeberger See und führte auch viele gemeinsame Veranstaltungen durch. So auch Jahresabschlussübungen in Raisdorf oder auch in Wellsee.
Die Teilnahme an den Kreisausscheidungen im Bundeswettkampf (heute: Bundeswettbewerb) nahmen sehr viel Ausbildungszeit in Anspruch. So konnte die Jugendfeuerwehr z.B. 1979 unter 33 teilnehmenden Gruppen den 3. Platz erreichen. Ein beachtliches Ergebnis.
1980 fand dann wiederum ein Wechsel des Jugendfeuerwehrwartes statt. Der Kamerad Karl-Otto Niecke war von seinem Amt zurückgetreten und so wurde vom Vorstand der Aktiven Wehr der bisherige Stellvertreter, der Kamerad Rainer Pöhlmann mit Wirkung vom 1.11.1980 zum Jugendfeuerwehrwart ernannt. Er sollte diese Funktion ununterbrochen bis zum 1.4.1994 ausüben.
In den weiteren Jahren nahm die Jugendfeuerwehr an vielen Wettkämpfen und Leistungsbewertungen (Leistungsspange) teil. 1981 wurde an dem Erringen des "Bronzenen Feuerwehr-Ehrenbeils" eifrig mitgewirkt.
Wie immer wurde beim Dienst viel Wert auf eine gründliche Ausbildung in Theorie und Praxis gelegt mit dem Zwecke, der aktiven Wehr gut ausgebildeten Nachwuchs zuzuführen.
Es wurden eigene Freizeiten durchgeführt, so z.B. 1982 eine Fahrt nach Nördlingen (Bayern), 1983 gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Schönkirchen nach Berlin, 1986 nach Monschau (Eifel), 1988 nach England, in unsere Partnergemeinde Uttoxeter, 1990 nach Dänemark gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren Preetz und Schönberg, 1992 nach Bad Sachsa (Harz) und 1998 nach Berchtesgaden gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren Lütjenburg und Pohnsdorf.
Eine wesentliche Veränderung für die Jugendfeuerwehr setzte 1987 ein. Im Jubiläumsjahr der Aktiven Wehr, die ihr 75-jähriges Bestehen feiern konnte, wurde der Beschluss gefasst, die Jugendfeuerwehr und somit auch die Aktive Wehr für die Aufnahme von Mädchen bzw. Frauen zu öffnen. Seitdem sind immer wieder Mädchen aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen worden.
Nachdem der Jugendfeuerwehrwart Rainer Pöhlmann zum stellvertretenden Gemeindewehrführer gewählt wurde, wurde am 1.4.1994 der Kamerad Asmus Hörner neuer Jugendfeuerwehrwart. Er übte dieses Amt bis zum 1.7.1996 aus. Aus beruflichen Gründen musste er diese Funktion aufgeben. Nachfolger wurde der Kamerad Lars Schell, der auch heute noch Jugendfeuerwehrwart ist und die Jugendfeuerwehr in das Jubiläumsjahr führt.