Karl-Heinz Rohr wird für 60 Jahre Feuerwehrdienst geehrt


(Vorgetragen von der stellv. Gemeindewehrführerin Annegret Lepschies anlässlich der Jahreshauptversammlung der FF Raisdorf am 16.02.2007)

Nachdem ich mich mit Karl Heinz unterhalten hatte, habe ich sehr schnell gemerkt, dass ich mit seinen Erlebnissen und Erfahrungen den ganzen Abend füllen könnte.

 Seine Dienstzeit hat eigentlich schon 1942 angefangen. Während des zweiten Weltkrieges waren Männer, die zu Hause waren, Mangelware. Karl Heinz trat als 14 Jähriger der Feuerwehr in Rosenfeld/Rastorf bei. Da damals Personenansammlungen von mehr als drei Leuten verboten waren (es hätte ja eine Verschwörung entstehen können), haben die Kameraden heimlich geübt, Wasserversorgungen gemeinsam aufzubauen und die Pumpe zu bedienen.  Leider gab es noch keine Aufzeichnungen und in den Kriegs- und Nachkriegswirren ging vieles unter. Offiziell eingetragen als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist Karl Heinz deshalb auch erst seit 1947. Ca. 10 Jahre später zog er nach Raisdorf und ist  auch sofort in die Raisdorfer Wehr gewechselt. Bei uns war Karl Heinz bis Ende 1993 tätig, um dann in den verdienten Feuerwehr-Ruhestand zu gehen. Trotzdem nimmt Karl Heinz auch heute noch regen Anteil an unserem Einsatz- und Dienstgeschehen.

 Karl Heinz hat viel erlebt in Raisdorfer Feuerwehr und auch viel mit erarbeitet und mitorganisiert.

 Kurz erwähnen möchte ich die Gründung der Jugendwehr 1974.  Dann die Planung, der Neubau und spätere Umzug ins „neue“ Feuerwehrhaus 1978.  Als Kassenart war er viele Jahre im Vorstand tätig, und hat mitgewirkt bei vielen Anschaffungen von technischem Gerät  und neuen Fahrzeugen.

 Als ich Karl Heinz nach den schlimmsten Einsatz fragte, braucht er nicht lange überlegen. Zum einen fiel ihm gleich der Brand des Pferdestalls des damaligen Bauern Rieken ein. Obwohl der Brand um 1960 war, so laufen Karl Heinz immer noch Schauer den Rücken runter, wenn er an die Schreie der Pferde denkt, die nicht gerettet werden konnten. Natürlich auch der Brand des Teppichhauses Carpetland im Gewerbegebiet bleibt jedem in Erinnerung der dabei war. Damals war es so kalt, die Finger sind am Strahlrohr festgefroren. Es durfte nie „Wasser halt“ gegeben werden, sonst wären die Schläuche und Pumpen eingefroren.

Auch sein letzter Einsatz war spektakulär. Ein paar Tage vor Weihnachten 1993 – das Zugunglück. War Karl Heinz die Jahre zuvor fast immer direkt mit am Einsatzort, so ließ er die letzten Jahre doch den jüngeren Kameraden der Vortritt und hielt sich im Hintergrund. Oft saß er in der Zentrale und bediente den Funk. So auch bei diesem Einsatz. Eigentlich ist dieser Job eher ruhig, zumindest ohne viel Action. Doch dann bekam Karl Heinz von der Einsatzleitung den Befehl, unser Feuerwehrhaus umzuräumen - zu einer Art „Notlazarett“. Eine Sammelstelle für die Leichtverletzten und die Unverletzten, die nicht wissen, wie sie aus Raisdorf wegkommen sollten, auch um sich bei Kaffee und Tee aufzuwärmen. Da war noch einmal Organisationstalent gefragt. Aber auch das bewältigte Karl Heinz, mit Hilfe seiner Frau Helga und weiteren Feuerwehr-Ehefrauen.

Mit großer Begeisterung erzählte Karl Heinz mir von den schönen Erfahrungen bei unserer Feuerwehr. Als erstes erwähnte er den schönen und zum Teil langjährigen Kontakten zu der Feuerwehrfamilie in Nördlingen/Bayern, in Raisdorf/ Niederösterreich und auch in Goldberg und Schöneiche.

 Er hat es jedes Mal genossen, wenn die Kameradschaft  unter den Feuerwehrleuten zu spüren war, wenn die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen und auch mit anderen Wehren geklappt hat und ein Feuer, bzw. Unglück erfolgreich bekämpft werden konnte.

Karl Heinz, Du hast 60 Jahre lang der Feuerwehr zu Diensten gestanden. Dafür gebührt Dir unser Aller Dank.  Wir hoffen, dass Du Dich noch viele Jahre zu uns gesellen wirst und uns noch vieles erzählen kannst. Es ist immer wieder amüsant, den Stories von früher zu lauschen, so wie vor ein paar Tagen auf unserer gemeinsamen Fahrt nach Goldberg zur Jahreshauptversammlung.

 Wir wünschen Dir und Deiner Helga alles Gute und noch viele gemeinsame Jahre. Wir freuen uns, wenn Ihr beide bei Veranstaltungen dabei seid und wir versprechen Dir, dass wir auch in Zukunft darauf achten werden, dass Du deine Feuerwehrmütze und Deine Tasche wieder mit nach Haus nimmst und nicht irgendwo hängen lässt.

Alles Gute!

Deine Raisdorfer Feuerwehr

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