Montagabend, 03. August, 24 Grad, bestes Grillwetter. Bei den Feuerwehren Pohnsdorf und Raisdorf knallen die Melder: Großbrand einer alten Lagerhalle im Ostseepark. Als wäre das nicht genug Action, steht die Bude auch noch direkt neben einer Tankstelle. Ein Hauch von Hollywood liegt in der Luft, als die Blaulichter in der Gutenbergstraße auftauchen. Die Einsatzkräfte rücken an wie die Profis. Der Plan steht schneller als das Wasser im Schlauch: Eine massive Riegelstellung muss her.

Sinn und Zweck der Übung: Die Tankstelle schützen, damit die Spritpreise nicht noch explosiver werden als sie ohnehin schon sind. Und zwei Gebäude durch die Riegelstellung vor einem Übergreifen der Flammen bewahren. Schläuche werden gerollt, Kommandos gebrüllt, Hydranten angezapft, die Drehleiter von unserem Kameraden Dirk Schöne in Stellung gebracht. Pohnsdorf und Raisdorf arbeiten Hand in Hand. Das Zusammenspiel klappt perfekt. Jeder Handgriff sitzt. Das fiktive Feuer hat absolut keine Chance. Die Riegelstellung steht wie eine Eins, das Tankstellen-Szenario ist absolut unter Kontrolle. Die Gebäude konnten ebenso erfolgreich geschützt werden. Ein voller Erfolg für die Sicherheit in Schwentinental!

Genau in dem Moment, als die Übung ihren glorreichen Höhepunkt erreicht und die Wehrführer Mark Soetbeer und Stefan Kühl stolz die Brust rausstrecken wollen, knackt der Funk. Die Stimme der Einsatzleitung schallt durch den Abend – allerdings nicht mit taktischen Anweisungen, sondern mit einem herben Magenknurren: „Achtung an alle Kräfte… Übung sofort abbrechen. Ich wiederhole: Sofortiger Abbruch! Ich habe unfassbaren Hunger auf Bratwurst!“ Einigkeit am Schlauch: Was in jedem Lehrbuch der Landesfeuerwehrschule zu heftigem Kopfschütteln führen würde, sorgt vor Ort für pure Begeisterung. Disziplinierter Protest? Fehlanzeige! Ein kollektives, erleichtertes Aufatmen geht durch die Reihen der Retter. Denn mal ehrlich: Schläuche rollen macht hungrig, und gegen den Duft von gegrilltem Fleisch kommt kein simulierter Großbrand an.

Zwei Kameraden produzieren vor Freude mit dem Wasserstrahl noch schnell einen Regenbogen. Dann wird im Rekordtempo das Material wieder auf die Fahrzeuge verlastet. So schnell hat man die Wehren selten abbauen sehen! Blaulicht aus, Fenster auf, der Nase nach! Das große Finale stieg schließlich am Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße. Statt giftigem Rauch gab es hier nur den herrlichsten aller Düfte: feinsten Bratwurstrauch. Die Würstchen lagen schon perfekt gebräunt auf dem Rost, alles wie immer professionell vorbereitet von unserem Kameraden Michael von Rohden.

Am Ende waren sich alle einig: Die Riegelstellung saß 1a mit Sternchen, aber die Prioritätensetzung der Einsatzleitung war an diesem Abend schlichtweg genial! Denn Retten, Löschen, Bergen, Schützen klappt nun mal am besten mit einer heißen Bratwurst im Bauch! Ein herzlicher Dank geht an unsere Wehrführung für die Organisation dieser Übung an einem herrlichen Sommerabend, der zur Festigung der Kameradschaft der Wehren Pohnsdorf und Raisdorf einen großen Beitrag geleistet hat.

Gunnar Gradert – Pressesprecher