Wenn der Wecker am Samstagmorgen unangenehm früh klingelt, gibt es für unsere Nachwuchsretter kein Halten mehr. Am Sonnabend, den 17. Oktober 2027, stand ein ganz besonderer Termin im Kalender: Der große Hydrantendienst der Jugendfeuerwehr Raisdorf. Um dieser Mammutaufgabe Herr zu werden, wurden die Jugendlichen tatkräftig von den „Alten“ aus der Einsatzabteilung unterstützt. Aufgeteilt in verschiedene Teams und vollgepackt mit schwerem Gerät ging es mit verschiedenen Einsatzfahrzeugen auf große Fahrt durch unser schönes Raisdorf.
Doch wer glaubt, Hydrantenpflege sei ein gemütlicher Herbstspaziergang, der irrt gewaltig. Was genau geschieht, um die Wasserversorgung für den Ernstfall zu sichern, zeigt der Blick ins Detail: Zuerst geht es auf Schatzsuche. Die Unterflurhydranten verstecken sich oft unter Laub, Dreck oder gar einer dicken Schicht Erde. Mit Schaufel, Straßenbesen und Kratzer bewaffnet, legen die Teams den ovalen Deckel frei. Danach wird mit dem Hydrantenschlüssel der Deckel angehoben. Weil sich im Straßenkappen-Gehäuse über das Jahr viel Schlamm ansammelt, wird dieses gründlich ausgespült und gereinigt. Nun wird das Standrohr gesetzt und der Hydrant einmal kräftig durchgespült.

Das sichert nicht nur die Funktion des Ventils, sondern schwemmt auch eventuelle Ablagerungen aus der Leitung. Damit das Wasser im Winter nicht einfriert und den Deckel festbacken lässt, kommt eine spezielle Folie zum Einsatz. Diese Schutzfolie wird über die Klaue des Hydranten gelegt, bevor der Deckel wieder geschlossen wird. So bleibt alles beweglich – selbst bei knackigem Frost. Zum Schluss wird die Straßenkappe wieder ordnungsgemäß verschlossen und der Bereich gut sichtbar hinterlassen. Auch das Hydrantenschild wird bei Bedarf freigeschnitten und gereinigt.
Nach stundenlanger Fahrt durch den Ort, eiskalten Fingern und der gefühlt hundertsten Schutzfolie knurrten die Mägen der Truppe lauter als die Motoren der Löschfahrzeuge. Punkt 13:00 Uhr kehrten die hungrigen Einheiten schließlich ins Feuerwehrhaus zurück – und blickten dort in ein wahres Schlaraffenland: Ein riesiges Brötchenbuffet, auf welches sich die Kameraden dankbar und ausgehungert stürzten. Wie erwartet war der Pressesprecher hier wieder als erster am Start!
Ein riesiges Lob gilt an dieser Stelle Gruppenführer René Stiem, der diesen gesamten Dienst perfekt durchorganisiert und dafür gesorgt hatte, dass kein Hydrant vergessen wurde. Die Fehlermeldungen werden jetzt an die Stadt weitergereicht, die für den oirdnungsgemäßen Zustand des Hydrantennetzes in Schwentinental verantwortlich zeichnet. Ebenso gebührt der Verwaltungsgruppe ein gigantisches Dankeschön: Die fleißigen Helfer hatten im Feuerwehrhaus in der Zwischenzeit die schon erwähnten leckeren Brötchen geschmiert.
Und nicht zu vergessen die vielen Kinder, teilweise von Feuerwehrleuten, die sich während des Dienstes eifrig an der Schatzsuche beteiligten und sich natürlich über das viele Wasser gigantisch freuten. Na, Kinners, wo ist denn der nächste Hydrant? Ein rundum gelungener Tag, der zeigt: In Raisdorf arbeitet die Feuerwehr Hand in Hand – und der nächste Winter kann beruhigt kommen!
Gunnar Liebich – Jugendfeuerwehrwart
Gunnar Gradert – Pressesprecher