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Auch der Schutz der eigenen Gesundheit gehört zu jedem Feuerwehreinsatz.
Bei Brandeinsätzen können gefährliche Schadstoffe entstehen, die über Brandrauch, Ruß und andere Verbrennungsrückstände aufgenommen werden. Diese Stoffe können an der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), an Geräten und auf der Haut haften. Einige Schadstoffe sind krebserzeugend und können langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Die Gefährdung ist nicht immer sichtbar oder unmittelbar wahrnehmbar. Deshalb gilt: Auch wenn die Schutzkleidung nur leicht verschmutzt erscheint, muss eine mögliche Kontamination ernst genommen werden. Mit konsequenter Einsatzhygiene schützen wir nicht nur uns selbst, sondern auch unsere Kameradinnen und Kameraden, unsere Familien und unser Umfeld.
Warum ist Einsatzhygiene so wichtig?
Bei der Verbrennung unterschiedlichster Materialien entsteht ein komplexes Gemisch aus Schadstoffen. Diese können über die Atemwege, durch Hautkontakt oder durch die Aufnahme über den Mund in den Körper gelangen.
Eine weitere Gefahr ist die sogenannte Kontaminationsverschleppung: Schadstoffe werden beispielsweise über verschmutzte Schutzkleidung, Handschuhe oder Ausrüstungsgegenstände in das Einsatzfahrzeug, das Feuerwehrhaus oder den privaten Bereich getragen. Einsatzhygiene verfolgt deshalb ein klares Ziel: Schadstoffkontakt reduzieren und die Verschleppung von Kontaminationen so weit wie möglich verhindern.
Die wichtigsten Regeln der Einsatzhygiene
1. Während des Einsatzes
- Die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung vollständig und bestimmungsgemäß tragen.
- Den erforderlichen Atemschutz konsequent einsetzen – auch bei Tätigkeiten, bei denen weiterhin mit gefährlichen Brandgasen oder Schadstoffen zu rechnen ist.
- Den Aufenthalt in belasteten Bereichen auf das notwendige Maß beschränken.
- Essen, Trinken und Rauchen in kontaminierten Bereichen vermeiden.
- Nach Möglichkeit auf eine geeignete Fahrzeugaufstellung achten, um eine unnötige Beaufschlagung durch Brandrauch zu verhindern.
2. Direkt nach dem Einsatz
- Kontaminierte Schutzkleidung und Ausrüstung möglichst bereits an der Einsatzstelle nach dem vorgesehenen Hygienekonzept ablegen.
- Beim Auskleiden darauf achten, dass die verschmutzte Außenseite nicht mit der Haut oder der privaten Kleidung in Kontakt kommt.
- Kontaminierte Ausrüstung getrennt sammeln, sicher verpacken und der vorgesehenen Reinigung zuführen.
- Hände, Gesicht, Hals und Nacken möglichst zeitnah reinigen.
- Kontaminierte Kleidung nicht unnötig weitertragen und nicht in den privaten Pkw mitnehmen.
3. Nach der Rückkehr ins Feuerwehrhaus
- Kontaminierte Einsatzkleidung nicht in saubere Umkleide-, Aufenthalts- oder Sozialbereiche mitnehmen.
- Die vorgesehene Trennung zwischen kontaminierten Bereichen („Schwarzbereich“) und sauberen Bereichen („Weißbereich“) einhalten.
- Kontaminierte Ausrüstung ausschließlich den vorgesehenen Aufbereitungsprozessen zuführen.
- Nach einer entsprechenden Schadstoffexposition zeitnah duschen und saubere Kleidung anziehen.
4. Schutzkleidung und Ausrüstung richtig behandeln
Kontaminierte Schutzkleidung gehört nicht in die private Waschmaschine. Die Reinigung muss entsprechend den Herstellervorgaben und den geltenden Aufbereitungsverfahren erfolgen. Das gilt auch für Helme, Handschuhe, Stiefel, Atemschutzgeräte und weitere Ausrüstungsgegenstände. Die eigenständige Reinigung mit ungeeigneten Mitteln kann Schutzfunktionen beeinträchtigen oder dazu führen, dass Schadstoffe weiter verteilt werden.
Einsatzhygiene ist Teamarbeit
Wirksame Einsatzhygiene funktioniert nur, wenn alle Beteiligten mitwirken. Führungskräfte müssen erforderliche Hygienemaßnahmen in die Einsatzplanung und Einsatzdurchführung einbeziehen. Alle Einsatzkräfte tragen durch ihr Verhalten dazu bei, unnötige Expositionen und Kontaminationsverschleppungen zu vermeiden.

