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In den letzten Jahren haben lange Trockenperioden und steigende Temperaturen dazu geführt, dass diese Brände auch in Mitteleuropa deutlich zunehmen. Für uns als Feuerwehr bedeutet das: neue Herausforderungen, veränderte Taktiken und eine noch wichtigere Vorbereitung.
Ein Vegetationsbrand ist ein Feuer, das sich in natürlichem Bewuchs ausbreitet. Dazu zählen Grasflächen, Heiden, landwirtschaftliche Flächen und Wälder. Die Ausbreitung hängt stark von drei Faktoren ab: Brennstoff, Wetter und Topografie.
Trockene Vegetation wirkt wie Zunder. Schon ein Funke – etwa durch landwirtschaftliche Maschinen, weggeworfene Zigaretten oder technische Defekte – kann ausreichen. Besonders kritisch sind Kombinationen aus niedriger Luftfeuchtigkeit, hohen Temperaturen und Wind. Wind beschleunigt die Ausbreitung nicht nur, sondern sorgt auch für Funkenflug und damit für neue Brandherde.
Dabnei sind Vegetationsbrände unberechenbar. Die Flammenfront kann sich plötzlich drehen oder beschleunigen.
- Schnelle Richtungswechsel durch Wind
- Spotfeuer durch Funkenflug
- Eingeschränkte Sicht durch Rauch
- Hohes Maß an körperlicher Belastung durch Hitze und Gelände
Die klassische Brandbekämpfung mit „Wasser drauf und aus“ funktioniert bei Vegetationsbränden oft nur begrenzt.
Kleinere Brände können effektiv mit D-Strahlrohren, Feuerpatschen oder Löschrucksäcken bekämpft werden. Wichtig ist dabei ein gezielter, sparsamer Wassereinsatz. Bei größeren Lagen gewinnt die Logistik an Bedeutung: Wassertransport über lange Strecken, Pendelverkehr und der Aufbau von Löschwasserreserven sind entscheidend.
Schwere Innenangriffsbekleidung kann schnell zur Belastung werden und sollte nur situationsabhängig eingesetzt werden.
Vegetationsbrände verlangen ein Umdenken: weg von starren Einsatzmustern, hin zu flexibler, lageangepasster Taktik. Sicherheit der Einsatzkräfte hat oberste Priorität. Wer die Dynamik des Feuers versteht und vorbereitet ist, kann effektiv und sicher arbeiten.

